Toskanische Tuffsteinschönheiten

Früh morgens gehen Mecki und Reinhold zu den Cascaden, nehmen trotz des kalten Wetters ein Bad und finden es einfach nur toll! Anschließend fahren wir zur Ver- und Entsorgung und dann weiter zum Tuffsteinort Sovana, wo wir mittags durch den alten Ort flanieren.

Es sind nur wenige KM bis nach Pitigliano. Auch hier wurde der Ort auf einem Tuffsteinberg gebaut. Früher haben die "Etrusker" , ein antikes Volk (800-90 v.Chr.), im weichen Tuffstein Höhlen mit ganzen Wohnungen gegraben, die heute von den Bauern als Ziegenställe oder einfach nur als Abstellraum genutzt werden.

Wir parken an einer ruhigen Einbahn- strasse, an der man einen tollen Blick auf die Stadt und die Tuffsteinhöhlen hat. Einfach kurz vor der Altstadt Richtung "Cimitero" (Friedhof) fahren und links einen Parkplatz suchen. Es gibt auch einen offiziellen kostenfreien Stellplatz Piazza Nenni, der liegt aber retlativ unschön mit Blick auf eine Kelterei, ist aber, wenn man sonst keinen Platz findet, durchaus akzeptabel.

In der Nähe von unserem Parkplatz befindet sich das Restaurante "Il Grotta" mit einer tollen Aussichtsterrasse, die wir aufgrund der ungewöhnlich kalten Temperatur leider nicht nutzen können. Wir sprechen kurz mit dem Wirt, den wir vor seinem Restaurant treffen, nicht ohne ihm zu versprechen, abends zum Essen einzukehren.

Zunächst gehen wir aber erst einmal in den schönen Ort, dessen "Centro storico" (Altstadt) trotz der vielen Touristen im Jahr noch ursprünglich ist.

Schaufenster mit typisch toskanischen Spezialitäten......

......und typische enge Gassen.

Es darf natürlich auch nicht ein Besuch bei einem Weindirektverkauf fehlen. In dessen alte Tuffsteingrotte lagern sehr alte Weinfässer. Wir decken uns hier mit ein paar Flaschen Wein, Käse und Salami ein.

Wir genießen die Sonne in dem kleinen Park neben unseren Fahrzeugen und gehen später in das zuvor genannte Restaurant. Die außen angebrachte Speisekarte verspricht landestypische Speisen und einen Stern! Wir gehen hinein und finden 3 (drei) kleine Tische vor, die allenfalls für 8-10 Personen Platz bieten. Dahinter ist direkt die, zum Teil offene, Küche. Sichtlich enttäuscht, angesichts der tollen Gästeterrasse hätte wir hier etwas anderes erwartet, nehmen wir den größeren Tisch; Wenn jetzt noch Gäste kommen, müssen wir aufstehen, damit sie eintreten können.

An der Wand hängen Bilder von Prominenten, die wohl alle schon einmal hier waren. Der kann nur im Sommer mit seiner schönen Terrasse Umsatz machen. Wir sind gespannt!....

Ich kürze mal ab: Es war lecker und teuer war es auch nicht! Aber dass ein Sternekoch mit seiner Frau im Winterhalbjahr auf vereinzelte Gäste, vermutlich oft vergeblich, wartet, stimmt uns schon nachdenklich. Es war kein weiterer Gast außer uns da!

Wir verabschieden uns von dem netten Ehepaar mit den Worten "Es ist so kalt heute abend, es könnte Schnee geben". Der Sternekoch lacht und meint, dass es seit 30 Jahren im März keinen Schnee hier gegeben hat. (oder meinte er Tage?) Na gut, dafür sind wir ja auch nicht hier!

Zufrieden und satt gehen wir zu unseren Mobilen und setzen uns noch einige Zeit bei uns zusammen. Wir müssen den nachmittags gekauften Wein ja auch noch probieren :-). Irgendwann ist es dann Zeit, ins Bett zu gehen. Eigentlich!!.......

Reinhold geht schon mal rüber...und kommt nach kurzer Zeit wieder zurück und fragt Mecki nach dem Schlüssel. Die hat ihn aber auch nicht. Jetzt suchen wir erst mal alles mit der Taschenlampe draußen ab. Leider vergeblich ;-(((.

Reinhold will eine Scheibe einschlagen, aber ich versuche ihn zu überzeugen, bei uns im Hubbett schlafen, so dass wir morgen nach einer Lösung suchen.

Er meint: "Wenn der Schlüssel im Wohnmobil liegt, müssen wir auch morgen eine Scheibe einschlagen. Im Prinzip hat er Recht, aber......

Lange Rede........... ich hole den Werkzeugkasten und gebe Reinhold den Hammer. Wir überlegen noch, welche Scheibe am günstigsten ist und ich rate zur Falschen, wie sich später herausstellt: zur kleinen Dreiecksscheibe. Ein paar heftige Schläge, so eine Scheibe ist ganz schön stabil, und die Scheibe ist hin. Jetzt ist alles ganz einfach: Ein Griff zum Türöffner und das Wohnmobil ist auf. Aber wo ist der Schlüssel?

Nicht im Fahrzeug!

Die Idee, in unserem Wohnmobil zu schlafen, war nicht schlecht, denn....dann wäre der Schlüssel unweigerlich beim Entkleiden aufgetaucht: Er hing am Schlüsselband unter Reinhold's Fleecejacke ;-((. Im Nachhinein schmuzeln wir alle über diese Situation. Wer hat nicht schon einmal die Brille gesucht und hatte sie auf dem Kopf. Aber es war natürlich zu diesem Zeitpunkt mehr als ärgerlich!