Toskana im Schnee und eine eingeschlagene Scheibe ;-(

Wir wachen morgens auf und trauen beim ersten Blick durch das Fenster unseren Augen nicht. SCHNEE! was sagte der Sternekoch gestern: ...die letzten 30 Jahre nicht!

Langweilig wird dieser Urlaub nicht! Zunächst gehen Reinhold und ich zur nahen Fiat Werkstatt um einen Termin für die Scheibenreparatur zu vereinbaren. Die Ernüchterung folgt schnell: Eine geklebte Scheibe können wir hier nicht tauschen. Die Seitenscheibe zum Kurbeln wäre kein Problem gewesen ;-((. Der freundliche Werkstattmeister telefoniert sich die Wählscheibe heiß, kann uns aber nicht weiterhelfen.

Also rufen wir den ADAC in Deutschland an. Da erfahren wir schnell, dass es in der Toskana offensichtlich nur in den größeren Städten die Möglichkeit gibt, bei Fiat Scheiben einzukleben. Die nächstgelegene Fiat Werkstatt, die uns helfen kann, ist in Grosetto. Da kommen wir doch gerade her.....und doch weiter in die Grete, das ist in der gegenüber liegende Seite. Was soll's!

Also auf Richtung Küste. Als wir starten, ruft der ADAC an und bestätigt, dass die Scheibe bestellt ist und wir zur Werkstatt nach Grosetto fahren können.

Aber das ist nicht so einfach! Der ungewöhnliche Schnee verwandelt die Strassen in Rutschbahnen. Wir haben Winterreifen montiert, da wir die Alpen durchqueren mussten, aber die Italiener haben hier natürlich keine! Selbst die Polizia Stradale rutscht mit Sommerreifen über die Straße. In den Gräben neben der Straße liegen etliche Autos und es geht fast nichts mehr. Jetzt kommen die, beim Lidl in Italien gekauften, Sprechfunkgeräte zum Einsatz. Edi geht zu Fuß bis zur Strassensperre und verhandelt mit der Polizei. Dank unserer Winterreifen dürfen wir die Sperre passieren und "kämpfen" uns durch viele Kurven stetig bergauf Richtung Montemerano. Wir stampfen mit unseren schweren Fahrzeugen durch den Schnee, so dass die Italiener nur staunen. Das letzte Stück ist noch einmal richtig steil und wir schaffen es mit durchdrehenden Rädern so gerade in das Bergdorf. Von hier geht es nur noch bergab zur Küste.

Es geht nur sehr langsam voran, denn unter der plattgefahrenen Schneedecke hat sich Eis gebildet. Plötzlich gehts es nicht mehr weiter. Von unten kommen keine Fahrzeuge mehr hoch und die Polizei läßt auch keinen mehr bergab fahren. Ich frage Reinhold über Funk, ob er hinterher fährt, wenn ich fahre. Klar meint er; Wenn Du fährst komme ich hinterher! Klare Aussage!

Also los. Ich überhole die wartende Fahrzeugschlange und werde vorne von einem Polizisten gestoppt, stehe aber auf der linken Fahrbahnhälfte. Ich erkläre ihm, dass wir Winterreifen haben, aber er gibt nicht nach. Ich will ihn nicht verstehen, als er vermutlich sagt, wir sollen vorne rechts stehen bleiben und fahre einfach weiter. Natürlich will der Carabinieri jetzt unsere Freunde anhalten, doch Reinhold hebt die nur die Hand zum Gruß und fährt auch einfach weiter. Viel passieren kann uns ja nicht, denn der wird mit seiner sommerbereiften Kiste sicher nicht hinter uns her fahren. So war es dann auch;-)

Alle Leser erklären uns jetzt für....., denn wir haben vor lauter Aufregung nicht EIN FOTO gemacht!!

Wofür sind denn Beifahrer da? ;-) Das ist uns schon einmal passiert, als wir im Dezember 2001 bei Fulda auf der A7 im Schneechaos für eine Nacht festsaßen.

Auch kein Foto - dass wir das nochmal vergessen.

Auch ohne Fotos fahren wir jetzt in Schleichfahrt Richtung Meer runter. Alles ist gutgegangen!!

Weiter unten sehen wir wieder Asphalt und sind froh darüber. Richtung Grosetto geht der Schnee in Regen über und zwischendurch kommt die Sonne durch. Wir suchen die Fiat Werkstatt auf wo unsere Freunde deren Mittagspause abwarten und fahren schon einmal nach Marina di Grosetto vor.

Die Scheibenbestellung wird bestätigt, ein Termin für den nächsten Tag ist abgemacht und so dauert es nicht lange, bis wir wieder über die hübsche Promenade sparzieren.

Nachmittags wird es wieder wolkenlos und so genießen wir die Sonne auf der Terrasse eines Cafes.