Wer den längsten hat.... oder.... Das Manhatten der Toskana!

Während wir noch schlafen, juckt Reinhold's Fotofinger. Er geht früh morgens noch einmal durch Volterra und macht noch ein paar schöne Aufnahmen vom Markt.

Als Reinhold wieder am Wohnmobil ankommt, sind wir gerade aufgestanden. Bei einem Kaffe besprechen wir die heutige Tour.

Wir wollen nach "San Gimignano". Das sind nur ca. 30 KM, aber aufgrund der hügeligen Landschaft mit den geschätzten tausend Kurven benötigen wir eine gute Stunde für die Fahrt. Die Fahrt ist wunderschön, wie auf fast allen Nebenstraßen im Landesinneren der Toskana. In einem Stellplatzführer steht ein echter "Geheim-Tipp" , den wir anfahren.

Wir sind überrascht, dass es hier, in fußläufiger Entfernung zum Ortskern, einen so schönen Parkplatz gibt, auf dem wir auch übernachten können, denn hier ist eigentlich alles vermarktet. Selbst der 2 KM entfernte offizielle Stellplatz kostet über 20,00 € und man geht locker eine halbe Stunde stetig bergauf, um den Ort zu erreichen. An heißen Tagen ist das kein Vergnügen!

Nach einem Kaltgetränk (Mineralwasser :-) ), gehen wir in den schönen und berühmten Ort.

Hier, in "San Gimignano" gilt: Wer den "Längsten" hat, ist erfolgreich! (??) Nein, nicht was ihr jetzt denkt (also ehrlich): Man nennt diesen Ort auch "das kleine Manhatten der Toskana" und gemeint sind natürlich die so genannten "Geschlechtertürme"!

Je einflussreicher eine Familie war, je höher durfte sie, den mit Ziegeln gemauerten, Wohnturm bauen. Fiel eine Familie einmal in Ungnade, musste diese ihren Wohnturm wieder ein Stück kürzen. Das glaubt iht nicht? Ihr könnt ja mal "googeln".

Als sich um 1300 n.Chr. Dante hier aufgehalten hat, waren es über 70 Türme! Jetzt zählen wir 12 ... oder sind es 14? Dann sind offensichtlich einige Herren durch das Verkürzen ihrer Türme bestraft worden ;-(.

Am höchsten Punkt vom Ort ist eine Burg mit einem schönen Park. Hier haben wir eine Super Aussicht auf den Ort und die schöne Landschaft und wir sind ganz fasziniert von den Tönen einer Harfe, deren Saiten von einer Frau gezupft werden.

Nach diesem Erlebnis sitzen wir im grünen Park neben unseren Womo's und genießen die Sonne. Wir lernen eine Familie kennen, die neben dem Parkplatz wohnen und unterhalten uns mit "Händen und Füßen" und ein wenig italienisch.

Später kochen wir gemeinsam und es gibt Cordon Bleu mit einem frischen Salat. (Wieso heißt das eigentlich "Bleu"? Es ist doch gar nicht blau!)

Eigentlich ist die Reise für unsere Freunde hier zu Ende, denn sie müssen in drei Tagen wieder zu Hause sein und die Rückfahrt soll ja auch kein Streß werden.

Aber wenn schon ein "Eigentlich" am Satzanfang steht, ist es meistens anders!

Wir werden morgen ca. 200 km gemeinsam zurücklegen, um den, am Fuße der Appenien liegenden, schon auf unserer Hinreise besuchten, Ort "Pontremoli" zu besuchen. Er ist der erste (oder letzte) Ort der Toskana.

Super! Dann haben wir ja noch einen gemeinsamen Tag!