28.05.2014 Westwärts, bis nach Calais

Endlich geht es los! Pünktlich nach Büroschluss am Mittwochmittag drehen wir den Zündschlüssel und fahren mit Schmuddelwetter Richtung Holland.

In Holland wird es dann zeitweise trocken und ab der belgischen Grenze kommt dann tatsächlich immer wieder die Sonne zum Vorschein. Dafür wird der Verkehr immer heftiger, denn auch in Holland, Belgien und Frankreich ist morgen "Christi Himmelfahrt" und viele nutzen das lange Wochenende für einen Kurztrip.

In der Vergangenheit war das Nadelöhr Antwerpen, insbesondere der Kennedytunnel, immer schon ein Problem, aber heute erwischt es uns heftig!

Wir benötigen fast eine Stunde um Antwerpen zu umrunden und auch danach ist der Verkehr ziemlich zähflüssig und so ist es bereits 19 Uhr, als wir am Stellplatz im Fährhafen von Calais (F) ankommen. Der ist um diese Uhrzeit natürlich komplett voll, aber am Sportboothafen ist ein riesiger Ausweichplatz auf dem sich immer viele freie Parkflächen finden.

Wir essen zu Abend und gehen noch kurz in den Ort, bevor wir müde ins Bett fallen.

Ibbenbüren - Calais 533 KM

29.05.2014 Nach Le Treport - Stellplatz auf den Klippen

Es war schön ruhig bis bereits um 07:00 Uhr die Ersten den Motor starten und vom Platz fahren. Wir haben Urlaub .... die anscheinend nicht, oder?

Als wir gegen 08:30 Uhr startklar sind, wissen wir warum die so früh weg gefahren sind, denn erst jetzt kommt die Polizei und kassiert die 7,00 € Stellplatzgebühren. "Der frühe Vogel ..... spart Stellplatzgebühren ;-))."

Der Platz war ok, ruhig und sicher. Da sind die Gebühren incl. V+E wirklich ok!

Wir fahren nicht wie sonst an der Küste entlang, sondern nutzen die Autobahn um nach Le Treport zu fahren. Hier gibt es zwei Stellplätze. Der erste liegt schön angelegt aber in unschöner Umgebung im Tal. Der zweite Platz "Les Hautes Falaises", für den wir uns entscheiden, befindet sich auf den Kreidefelsen mit toller Aussicht und in fußläufiger Entfernung zur kostenfreien Standseilbahn, mit der man in weniger als 5 Minuten durch den Kreidefels zur Innenstadt runter gefahren wird.

Wir fahren mit der Bahn in den Ort und besichtigen unter anderem die Fischhalle, wo wir uns für das Abendessen eindecken. Hier gibt es Auswahl ohne Ende und alles ist super frisch.

Abends gehen wir noch einmal an den Rand der Felsen und genießen die atemberaubende Sicht auf das Meer und den Ort.

In der Abendsonne kommen die Farben toll zur Geltung.

Stellplatzinfo:

Les Hautes Falaises, 76470 Le Trèport

Großartiger Blick über die Klippen und auf die Unterstadt. Kostenfreie Kabinenbahn hinunter zur Stadt und zum Strand.

Stellplatzgebühren 6,00 €, Wasser 2,00 € für 10 Minuten Entnahme

Calais - Le Trèport 155 KM

30.05.2014 Südwärts nach Bénouville - Twizytour nach Cabourg

Für heute haben wir uns einen Campingplatz bei Cabourg ausgesucht. Wir rollen bereits um 08:00 Uhr vom ruhigen Platz in Le Trèport und es dauert nicht lange als wir über die immer wirklich beeindruckenden Brücken bei Le Havre rollen. Insbesondere von der Pont Normandie hat man eine gigantische Aussicht auf Le Havre und Honfleur.

Keine halbe Stunde später sind wir in Merville-Franceville-Plage. Hier gibt es laut ASCI Führer einen Campingplatz mit tollen Plätzen in den Dünen und einen schönen Meerblick. Als wir den "Seasonova Le Point du Jour****" erreichen, stehen die ankommenden Gäste schon in der Warteschlange, so dass wir Mühe haben uns noch einzureihen ohne das der Anhänger auf der Strasse steht.

Nach einem kurzen Gespräch in der Rezeption wissen wir: Hier gibt es keinen einzigen freien Platz mehr!

Ungewöhnlich viele Gäste aus England sind zum 70 jährigen Jubiläum des D-Day angereist. Am 05./06. Juni 1944 sind die Alliierten hier gelandet um Frankreich von den Deutschen zu befreien. Das wird natürlich jedes Jahr gefeiert, besonders aber in diesem Jahr wegen dem 70. Jubiläum.

Also fahren wir den nächsten ASCI Campingplatz an, der die Nebensaisonkarte akzeptiert.

Der "Camping Les Hautes Coutures****" in Bénouville hat noch ein paar wenige Plätze frei, aber auch nur noch bis zum 02.06.2014. Das reicht uns, denn wir wollen uns hier nur Cabourg und einen Teil der Invasionsküste ansehen.

 

Nachdem wir uns eingerichtet und gefrühstückt haben, fahren wir mit dem Twizy nach Cabourg und sehen dort einen wirklich hübschen Ort.

Nachmittags sitzen wir in der Sonne und gegen Abend wird der Grill  angeheizt.

Campingplatzinfo:

"Les Hautes Coutures****", Avenue de la Cote de Nacre,

14970 Bénouville

ASCI Preis 16,00 € inkl. Strom, Duschen, V+E, Poollandschaft mit Hallenbad, direkt am Kanal von Caen-Qiustreham und nahe der Landungsstrände aus dem 2. Weltkrieg.

Le Trèport - Bénouville 217 KM

31.05.2014 Benouville - Mit dem Twizy zur Junobeach

Heute schauen wir uns die nähere Umgebung an. Die berühmte "Pegasus" Brücke wurde am 06.06.1944 innerhalb von 10 Minuten von den Alliierten erobert. An der Brücke existiert ein Museum mit Cafe. Die heutige Chefin war damals 4 Jahre alt und hat das Museum mit vielen Fotos und allerlei Kriegsgerät ausgestattet. Zuzeit sieht man viele Engländer und Amerikaner mit originalen Jeeps und oft mit entsprechenden Kampfanzügen.

Wir fahren mit dem Twizy entlang der Invasionsküste bis zur Junobeach, wo die Kanadier gelandet sind. Wie überall hier, stehen Panzer und anderer alter Kriegsschrott in den Dünen und man findet ein Museum neben dem Anderen.

Gegen Abend nutzen wir noch einmal das schöne Wetter und zünden den Grill an.

Morgen werden wir in die Bretagne aufbrechen um neue und alte Ziele zu besuchen.

01.06.2014 Quer durch die Normandie bis zur Bretagne nach Saint-Pol-de-Léon

Mit Sonnenschein geht es heute morgen auf die kostenfreie Autobahn, die die komplette Normandie durchquert, von Caen bis nach Avranches und dann weiter über gut ausgebaute Nationalstrassen nach Morlaix und weiter bis nach Saint-Pol-de-Léon auf den ASCI Campinplatz "Ar Kleguer", der direkt am Meer liegt und den wir um 13:30 Uhr erreichen. Wir haben Glück und bekommen für eine Nacht den Platz Nr.2 direkt am Meer und können morgen auf den frei werdenen Platz Nr. 3 vorrücken. Ein riesig großer Platz mit "unverbaubaren" 180° Blick! Dazu morgen mehr!

Nachdem das Womo einigermaßen gerade steht, es ist schon ziemlich schief hier, der Anhänger geparkt und das "Auto" abgeladen ist, genießen wir auf den Campingstühlen die Sonne und untersuchen nachmittags die nähere Umgebung und den wirklich tollen Campingplatz, der uns von der Blumenpracht an den schönen Platz am Gardasee (La Ca, s. Homepage März 2014) erinnert.

Die gewaltige Tide, teils bis zu 10 Meter, verändert die Landschaft wie fast nirgendwo anders.

Campingplatzinfo:

Camping Ar Kleguer****, Avenue de la Mer, 29250 St-Pol-de-Léon

ASCI Preis: 16,00 € inkl. V+E, Strom 16 A, Super Sanitätanlagen und

freies WiFi bei der Rezeption.

Top Lage direkt am Meer, große Plätze mit toller Aussicht!

Bénouville bis nach St-Pol-de-Lèon 354 KM

02.06.2014 Besichtigung der Umgebung und St-Pol-de-Léon

Wir werden bereits um 07:30 Uhr vom Womo-Nachbarn geweckt, der seinen Platz räumt: Unseren Platz, den wir heute beziehen werden!

Gebucht und reserviert ist er, aber wer weiß wer auf die Idee kommt sich dort einfach hin zu stellen. Wir stellen unsere Stühle, den Twizy und den Anhänger rüber, fahren zur V+E und beziehen unseren neuen Stellplatz.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, fahren wir mit dem Twizy in den Ort hoch und untersuchen die Einkaufsmöglichkeiten. Hier gibt es einen Aldi, Lidl und einen Nettomarkt, sowie einen Super U und einen E`Leclerc. Mehr braucht man wirklich nicht und wir finden, dass der ortsnahe

Super U sehr gut ausgestattet ist und eine tolle Fischtheke hat.

03.06.2014 Tour nach Carantec

Heute schauen wir uns Carantec an. Wir waren vor einigen Jahren bereits dort und möchten uns die damaligen Stellplätze noch einmal anschauen. Die Stellplätze gibt es nicht mehr, aber der Strand und die dortige Gastronomie ist immer noch schön.

Am Platz lockt gegen Abend das Hallenbad mit dem Whirlpool und es ist nichts los. So kann man es richtig genießen.

04.06.2014 Besichtigung von Roscoff

Roscoff ist, wie wir finden, einer der schönsten Orte in der Bretagne. Wir waren vor einigen Jahren schon einmal hier. Mittwochs ist Wochenmarkt, da bietet sich ein Besuch an.

Die Häuser wurden hier fast ausschließlich mit Natursteinen gebaut, was dem Ort einen besonderen Flair gibt.

Der Himmel ist weiß-blau, aber es ist ziemlich windig heute und so haben wir vorsorglich die Seitenscheiben am Twizy installiert. Das geht in Sekundenschnelle und ist auf der Hinfahrt eine sehr gute Wahl.

Als nachmittags die Sonne überwiegt, sind die Scheiben eher überflüssig, denn es wird schon ziemlich warm im Auto. Das nächste Mal nehmen wir die Aufbewahrungstasche mit, denn dann können wir die Scheiben im Auto transportieren ohne mit "Saunatemperaturen" zu fahren :-).

Nach unserer Rückkehr machen wir es uns auf unserer Terrasse mit "Aussicht" gemütlich.

05.06.2014 Besichtigung von Morlaix

Heute steht Morlaix auf unserem Programm. Wir fahren über Schleichwege und vermeiden die teils 4-spurige Nationalstraße, da unsere Höchstgeschwindigkeit auf ca. 85 km/h begrenzt ist. Es geht durch Felder und grüne Wiesen und nach 33 KM erreichen wir die Innenstadt von Morlaix, wo wir uns einen Parkplatz suchen und zu Fuß den Ort besichtigen.

Campingplatz Ar Kleguer

Bilder vom Campingplatz (Umgebung und Einrichtungen)

Ille Sainte Anne und Strand

Unmittelbar vor dem Campingplatz befindet sich der breite Sandstrand und die Halbinsel "Sainte Anne", die man über einen Damm erreicht.

07.06.2014 Fahrradtour in die nähere Umgebung.

Wir haben ja auch noch die Fahrräder dabei und damit erkunden wir heute die nähere Umgebung.

Unterwegs findet Edi noch Ableger für den heimischen Garten. Natürlich nur in der Natur und nicht aus irgendwelchen privaten Gärten! :-)

Hier kommen im Laufe der nächsten Tage noch mehr dazu.

Parc du champ de la rive

Vom Campingplatz gibt es einen schönen Fußweg zur Stadt. Er führt hoch über den Parc du champ de la rive. Vom schön angelegten Park hat man einen tollen Blick auf den Strand mit seinen zahlreichen Inseln. 

Wohnmobilstellplatz St-Pol-de Léon

Wir sind ja auf dem schönen Campingplatz Ar Kugeur, aber wir möchten Euch den Wohnmobilstellplatz von St-Pol-de-Léon natürlich nicht vorenthalten:

Aire de Camping-cars, Avenue de la Mer, 29250 St.-Pol-de-Leon

Er liegt direkt an der Kaimauer "Quai de Pempoul" mit schönem Blick auf den Damm zur Ille Sainte Anne und auf die Meeresbucht. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man Carantec.

Es gibt ca. 40 Stellplätze auf ebener Schotterfläche, Gebühren 5,00 € inkl. Entsorgung, Wasser 2,00 € / 100 Ltr., Strom 2,00 € 60 Minuten

10.06.2014 Markt in St-Pol-de-Léon / Besuch der Ille Callot

Heute wollen wir die Insel Callot besuchen, die nur über eine Straße durch das Watt zu erreichen ist. Gegen 11:00 Uhr ist Ebbe und da wir nicht durch Reste von Salzwasser fahren wollen, besuchen wir vorher den Markt in St-Pol-de-Léon.

Der Markt ist wie fast wie überall; Fleisch, Fisch, Gemüse und natürlich Bekleidung ohne Ende. Aber man findet hier auch einige Stände mit traditionellem Handwerk, wie dieser hier von einer Korbflechterin.

Um 12:00 Uhr fahren wir dann nach Carantec und zum dortigen Hafen, von wo die Passage durch das Meer beginnt. Die Wattstraße ist noch ein wenig feucht, so dass wir langsam fahren aber jetzt schon wissen, dass wir nach dem Besuch der Insel eine Waschanlage aufsuchen werden um das Salzwasser zu entfernen.

Auf der Insel wohnen ganzjährig nur ca. 20 Personen die damit leben müssen, dass sie von Ebbe und Flut abhängig sind. Es gibt natürlich noch einige Häuser, die an den Wochenenden und in den Ferien genutzt werden, aber ansonsten ist hier "tote Hose". Keine Kneipe, keine Geschäfte, keine Ärzte, einfach nur viel Ruhe und eine tolle Insel mit sehr schönen Sandstränden und viel Natur. Eine kleine Kirche gibt es und eine schon länger nicht genutzte Grundschule.

Wenn man die Ille Callot besucht, sollte man unbedingt wissen wann die Flut kommt, denn ab einem gewissen Wasserstand gibt es kein Runterkommen mehr. Übrigens, ein Hotel gibt es natürlich auch nicht ;-).

Eine öffentliche Toilette ist aber vorhanden!

11.06.2014 Richtung Roscoff, zur Halbinsel Perharidy und weiter zu den Stränden von Santec

Wir fahren heute Richtung Roscoff und an den dortigen Wohnmobilstellplatz der sich hinter dem nördlichen Ende an einer Bucht befindet. Ein paar Hundert Meter weiter geht es rechts auf eine Halbinsel.

Die Presqu`Ile de Perharidy liegt wunderschön gelegen in der Bucht mit Blick auf die Insel "Ile de Baz".

An der Spitze der Halbinsel befindet sich eine Art Reha- und Kuranstalt. Wir wandern um die Halbinsel und entdecken tolle Strände und Buchten.

Auf dem weiteren Weg untersuchen wir noch die Strände von Santec, bevor wir über die Landstraße durch das Landesinnere wieder zurück zum Campingplatz fahren.

Die Energieanzeige des Twizy zeigt mit 45 KM noch fast 50% Restreichweite an. Wir haben die Batterie nur einmal ausgereizt, als wir über Umwege nach Morlaix gefahren sind. Aber auch da hatte wir Dank der Anzeige der Restreichweite kein Problem zum Campingplatz zu kommen. Gut 15 % bzw. 12 KM Rest wurde da noch angezeigt. Wir haben gelesen, dass es in Frankreich als Vorreiter der Elektromobilität viele Schnellladestationen geben würde; Viel mehr als in Deutschland, aber das betrifft wohl nicht die Bretagne. Wir haben bis jetzt kein einziges Elektrofahrzeug gesehen und auch keine Ladestation. Das erstaunt uns sehr, da gerade Renault die mit Abstand meisten Elektrofahrzeuge verkauft! Sind das nur geschönte Statistiken?

12.06.2014 Über Carantec entlang der Rivière de Morlaix

Wir werden heute wieder von der Sonne geweckt und der Himmel ist fast wolkenlos. Wir haben uns vor einigen Tagen Morlaix angesehen, wollen uns aber heute die Fahrstrecke von Carantec entlang der Meeresbucht, in Norwegen würde man Fjord sagen, untersuchen. Da zur Zeit Ebbe ist, liegen die meisten Schiffe im Schlick. Auf halben Weg nach Morlaix sehen wir, wie so oft in Frankreich, alte Schiffswracks.

Wir fahren bis in den Hafen von Morlaix und besichtigen auf dem Rückweg den kleinen Ort Locquenolé mit dem hübschen Ortskern und der kleinen historischen Kirche.

Zurück am Platz genießen wir die Sonne und die laue Brise des Atlantiks mit einem Kaffee und einem Buch in der Hand.

Durch den Süd-Ostwind und den Vollmond fällt das Hochwasser heute außergewöhnlich hoch aus, so dass der Sandstrand fast vollständig verschwindet.

In den vergangenen Tagen war der Sandstreifen auch bei Flut immerhin noch gut 10 Meter breit. Heute bleiben bis zum Damm teilweise nur zwei Meter Sandstrand übrig.